Kosaken Gespann

Frei nach Wikipedia : …. Der Name Kosak stammt aus den Turksprachen, bedeutet in etwa „freier Krieger“ …
Was hat das jetzt mit mir zu tun ?? Klar bin ich auch eine Art von „freier Krieger“, lach. Ich „kriege“ mich manchmal nicht ein vor Lachen, reicht das ??

Nee aber jetzt zum Ernst des Lebens zurück. Mein Freund Mark (kenne ich von mehreren Besuchen der Tourist Trophy auf der Isle of Man), restauriert Motorräder. Unter anderem hatte er auch ein DNEPR Gespann unter seinen Fittichen.

IMG-20180126-WA0002Tja und da er, genau wie wir alle, ein Liebhaber ist (mag Motorräder, hat kein Geld), hat er die Finanzierung seines neuen Projekts (alte BSA) mit dem Verkauf der DNEPR gemacht. Und da ich jemand bin der sein Hobby (Motorräder) ERNST nimmt (nicht wirklich, aber es erscheint so), hatte ich die glorreiche Idee ihm das „Kosaken Gespann“ abzukaufen.

Der Plan war ganz einfach, ich  fahre in die UK mit einem Transportfahrzeug (weil Winter und ich schon einmal bei Minusgraden aus Spanien mit dem Motorrad zurück gefahren bin und das WIRKLICH NICHT mehr brauche), also Transportfahrzeug organisiert. Nach einigem hin und her ist der Transporter (Ducato) ausgefallen, weil nicht breit genug. 

20180224_083856Ein Freund hat seinen Motorradanhänger als Leihgabe mit Fahrzeug gestellt. Anhänger breite gemessen und für ausreichend befunden, eigentlich sollte es passen (hat es nicht, aber das ist eine andere Story, eher so wie die Brücke zwischen Deutschland und der Schweiz, die haben sich auch verpasst). Also mit Auto und Anhänger völlig unbekümmert, mit der Gattin gen England gefahren. 

In der Nähe von Koblenz Nachtruhe bei einer guten Freundin eingelegt, am Freitag auf die Insel mit dem Schiff von Calais. 20180223_164928-EFFECTSDie PORT Anlage in Calais ist im Gegensatz zu z.B. Dünkirchen, ja eine Festung, überall gibts Zäune, S-Draht und Warnungen davor das Personen auf der Autobahn rumlaufen und Gegenstände auf Fahrzeuge schmeißen könnten.

20180224_083954Spät abends in Salisbury in das lokale  Hotel „Queens Head Inn“ eingecheckt wo Freund Mark schon mit 3 Pints Bier an der Theke auf uns wartete. Ein hoch auf Google Maps und Standortfreigabe. Das tut richtig gut nach so einer langen Fahrt. Nennt man „Stiefel-Bier“, also das Bier das man zischt, wenn man noch die „Stiefel von der Reise an hat. Ein grosses Lob an die Wirtsleute die uns am späten Abend noch etwas zu Essen gemacht haben. Erstklassiger Service.

20180224_150244Samstag morgen nach dem Frühstück ging es ans Aufladen. Rückwärts hat nicht gepasst, Vorwärts hat nicht gepasst, das Beiwagenrad hat immer 5 cm über der Ladefläche gestanden. Aber ohne Gespann wollte ich auch nicht zurückfahren. Aufgeben ist nicht drin. Also wurde der Rahmen des Beiwagenrad mit Holz unterbaut, mit Spanngurten festgezogen und der Rest ordentlich „vertäut“.

20180224_150841Die Rückreise ging damit Los das die Tunnelgesellschaft ein Arm und ein Bein für die „Unter“fahrt verlangt hat. Aber dank eines verständigen Mitarbeiters, der mich virtuell in seine Familie aufgenommen hat, sind wir doch noch zu einem vertretbaren Preis unter dem Ärmelkanal entlang gefahren worden.

Abends haben wir wieder das Nachtlager in der Nähe von Koblenz aufgeschlagen und sind am Sonntag Spätnachmittag wieder in München angekommen. Flugs noch die DNEPR abgeladen mit Unterstützung von 2 Freunden und die Fuhre zu den anderen Bikes zum „Überwintern“ in die beheizte Garage gefahren.

Alles in allem eine sehr schöne Fahrt, wir haben etwas gesehen, sind mit einem Schiff und einem Zug gefahren worden. Haben einen Steinschlag in die Frontscheibe erhalten, eine Lampe ist aufgefallen (erst am Sonntag). In der Nähe von Karlsruhe auf der Autobahn, hatte ich einen kleinen Kreislaufkollaps als ein Motorrad Polizist direkt hinter mir auftauchte und immer wieder links und rechts interessiert am Anhänger schaute, ob das denn alles so in Ordnung ist. Aber er hatte schon einen Bus im Schlepptau und ist abgebogen. 4 x getankt, einmal das Auto bei Rückgabe ausgesaugt, also war ich mehr oder weniger von Donnerstagabend bis Sonntagabend beschäftigt.

20180224_150219Ich bin schon auf die ersten Touren mit der DNEPR gespannt. Aber zuerst haben die Behörden den TÜV und die Anmeldung in den Weg gelegt. Davon dann später.

 

 

 

 

 

 

Joerg Wenzel – Blog-ender Motorrad Enthusiast – aus München – schreibt http://www.WhyAskWhy.de