Storm-Rider

Windsurfen mit dem Motorrad

DachauerHinterlandIch habe in der Runde meiner Biker Buddies rumgefragt wer eine kleine Tour fahren möchte, denn die Temperaturen sind durch den Föhnsturm (falls es Föhn war, auf alle Fälle war es ein Sturm) bei ca. +15 C gewesen. Das reicht eigentlich der grössten Frostbeule um ne Runde zu Biken. Aber irgendwie habe ich heute sowieso nur 2 (ja ZWEI) Motorradfahrer gesehen.

Lag es an der Strecke ??  Das Dachauer Hinterland ?

Irgendwie gefällt mir die Gegend, es gibt so viele leere Strassen die man Befahren kann. Es gibt echt schöne Streckenabschnitte, die einem Fahrer zeigen das er besser mit seiner Maschine umgehen kann, oder im Wald landet oder im Feld oder auf einer Wiese, wenn er sich nicht an die gepostete Höchstgeschwindigkeit hält. Grins.

Das Wetter heute hat einige Biker Buddies abgeschreckt zu Fahren, weil es Windig ist.  Wir sind doch sowieso die „Reiter im Sturm„, wenn wir fahren, oder ?

20160221_152913Stärke 0: Windstille, unter 1 Kilometer pro Stunde
Stärke 1: leiser Luftzug, 1 bis 5 Kilometer pro Stunde
Stärke 2: leichte Brise, bis 11 km/h,
Stärke 3: schwache Brise, bis 19 km/h,
Stärke 4: mäßiger Wind, bis 28 km/h,
Stärke 5: frische Brise, bis 38 km/h,
Stärke 6: starker Wind, bis 49 km/h,
Stärke 7: steifer Wind, bis 61 km/h,
Stärke 8: stürmischer Wind, bis 74 km/h,
Stärke 9: Sturm, bis 88 km/h,
Stärke 10: schwerer Sturm, bis 102 km/h,
Stärke 11: orkanartiger Sturm, bis 117 km/h,
Stärke 12: Orkan, ab 118 km/h, schwere Verwüstungen.

Also wenn wir die normale Geschwindigkeit auf einer Landstrasse fahre, sind wir eh schon im Bereich von 100 km/h also zwischen Sturmstärke 9 und 10. Und fährt man mit Landstrassentempo + MwSt (wie so gern in einigen Foren beschrieben wird) ist der Fahrtwind schon in Orkanstärke.
Die Skala kommt von SHZ.DE.

Was macht also das Problem beim Fahren wenn es Windig ist ?

Ich vermute das es dem ungeübten Fahrer UNBEHANGEN bereitet wenn er auf einer geraden Strecke in Schräglage fahren muss weil der Wind von der Seite kommt. 20160221_150742Es gibt natürlich keine Trainings (also zu einer festgesetzten Zeit) an denen man das Fahren bei Wind üben könnte, aber das Frühjahr/Herbst in Bayern ist immer gut für den ein oder anderen Sturmtag.

Ich habe die Gelegenheit beim Schopf genommen und bin Mittags losgefahren, einmal weil Sonntag ist und ich im Wochenende Modus bin und zum anderen weil der Föhn die Temperaturen auf über 10 Grad ansteigen lassen wird. Vom München ging es in Richtung Sulzemoos auf der Autobahn (siehe Karte oben).

Zum Akklimatisieren (an den Wind) erstmal mit 100 km/h hinter einem Auto hinterher und dann so ab Langwieder See (nach der Baustelle) schneller mit 140 km/h. Laut Skala liegt jetzt an meinem Bike eine Windströmung an, die jetzt mehr als Orkanstärke hat, die an Land „Schwerste Sturmschäden und Verwüstungen“ hervorrufen würde und der „…sehr selten im Landesinneren“ ist.  Als Biker nehmen wir den Orkan mit einer Stärke von 13-15 bei einer Autobahnfahrt ohne grössere Probleme in Kauf. >202 km/h ist übrigens das Ende der offiziellen Skala und ist dann Windstärke 17. Na gut dann bin ich heute auch kurz mal >17 schnell gewesen, lach.

Ist schon erstaunlich,wenn dann der „Steife“ Wind mit unter 50 km/h von der Seite kommen einige Fahrer aus ihrere Komfortzone raus. Man müsste mal einen Mathematik-Studenten damit beauftragen, wie ein Vektor wohl aussehen würde, wenn man mit 120 km/h auf der Landstrasse fährt und der Wind von 90 Grad seitlich mit 50 km/h kommt. Na klar, merkt man das aber welche Kraft wirkt da eigentlich und macht es wirklich so viel aus ?? Man ist ja schliesslich mehr als doppelt so schnell unterwegs. Hmm, kennt jemand jemanden ??

image00613Mir persönlich gefällt es bei Wind zu fahren, ich habe keine hausgemachte Abneigung gegen Wind, weil er schon seit mehr als 37 Jahren ein Teil meines Motorradfahrer Lebens ist. Na klar nervt es ungemein wenn man z.B. Belgien durchqueren muss weil man nach Frankreich zum 24h Rennen will und die steife Brise zwingt dich immer mit Schräglage auf der pfeilgeraden Autobahn zu fahren. Das sah man an den damaligen Reifen gewaltig, auf einer Seite weniger Profil. Heutzutage macht es mir noch nicht mal mehr etwas aus, wenn der Wind von vorn kommt, weil das die Verkleidungsscheibe des Motorrads abfängt und der eventuell erhöhte Benzinverbrauch bei normaler Fahrweise eigentlich nicht mehr auffällt.

20160221_152827Tipp am Ende ?
Wenn Du ein Problem mit dem Motorrad fahren bei einer steiferen Brise hast und Du diese Angst / Unbehagen / Unwohlsein ablegen willst, such dir jemanden der Spass am Fahren hat und dem Wind nix ausmacht, dann kann nur noch die Übung den Meister machen.

Erfahrung kommt ja schliesslich von Er-Fahren.

Copyright bei “Jörg Wenzel
HashTag: #WhyAskWhy


KOMMENTAR abschicken


One Reply to “Storm-Rider”

  1. Moin,
    wieder einmal sehr schön beschrieben.
    Die „Komfort“-Zone ist auch Moped abhängig.
    Kleine, leichte Maschinen werden auch schon mal seitlich versetzt. Selbst erlebt, erfahren ist da das falsche Wort, wenn man von jetzt auf gleich ein bißchen die Spur wechselt.
    Und bei größeren Maschinen ist das Windverhalten Modell abhängig.
    Die Z1000 Bj. 2003-2006 wollte auch schon bei mäßigem Seitenwind in Schräglage gefahren werden (geradeaus natürlich).
    Gleiches Szenario mit einem Eisenteil wie der großen Bandit, oder der großen V-Strom waren absolut relaxtes fahren.
    Unangenehm wird es erst, wenn Regen oder Graupelschauer mit von der Partie sind. Dann ist Verkleidungsscheibe ein nicht zu verachtender Vorteil.
    Gruß
    Achim

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.