Southern 100 – Teil 3

Ich bin diese ganze Woche in Ballabeg, Isle of Man,  am “Ballabeg Hairpin” als Marshal eingesetzt.

Ein „Marshal“ ist die Bezeichnung für einen Streckenposten mit Polizei Rechten, ab dem Moment in dem die Straße die den Rennkurs darstellt gesperrt wurde. Also ein Streckenposten mit „Authority“.

In Ballabeg macht der Billown Racecourse eine scharfe 130 Grad Rechtskurve. Daher auch der Name „Ballabeg Hairpin“, Alpin Erfahrene Biker würden eher sagen: “na ist ‘ne schärfere Kurve, aber kein Hairpin”, eben weil nicht 180 Grad. Lassen wir aber diese Kleinigkeiten außen vor..

Es ist eine sehr schöne enge Kurve und die Maschinen müssen hier relative langsam. Das ist eine der Kurven wo es  eher auf die Fahrtechnik ankommt, anstelle von reine Lebensverweigerung um durch den Knick zu kommen. Alle “Unfälle” dort waren bisher eher im Bereich, “Komm Buddy ich helfe Dir auf, wir besorgen Dir einen Tee und dann ist alles wieder gut”. Solange ich bisher dort war haben sich alle “Versorgungsfälle” eher darum gedreht und das “umgefallene” Motorrad aufzuheben und aus der Einflugschneise zu entfernen. Bisher also.

IMC – „Incident Management Course“ Wissen gleich mal genutzt.

Was war passiert?  Ich habe doch am Montag an dem IMC teilgenommen und dabei gelernt, wie man einen verunglückten Gespannfahrer aus seinem Fahrzeug befreit (sie dazu auch den vorherigen Blog Beitrag).

Den ganzen Mittwoch sind die Gespannfahrer schon so unterwegs gewesen, als wenn irgendwas passieren würde. Ein kleinerer Unfall ist auch in dem nach uns folgenden Abschnitt Richtung “Four Ways” passiert, aber die Fahrer sind mit der vor Ort Erst-Versorgung ausreichend behandelt worden. Also alles gut.

Am Mittwochabend hat es auf einmal bei uns am Hairpin gekracht. 2 Seitenwagen waren in der Anfahrt auf den Hairpin miteinander Kollidiert und haben sich gegenseitig ins AUS geschossen. Nur an der Stelle gibt es kein AUS, sondern nur eine Hauswand und 2 Windfang Vorbauten (siehe die Bilder einmal mit und einmal ohne Windfang).

Den haben die zwei Gespanne dann auch gleich mal beim Einschlag zerstört, eines der Gespanne ist auch noch Kopfüber auf dem anderen gelandet. Ich hatte den Unfall gar nicht gesehen, sondern mich gerade auf die Zuschauer konzentriert um sicherzustellen das dort alles in Ordnung ist.

Plötzlich geht die Trillerpfeife vom kommandierenden Posten los und sie Ruft:  “RED FLAG – RED FLAG – RED FLAG!!!”, der Radio Operator drückt am Tetra-Radio sofort die Emergency Taste und die Flaggenposten schwenken ihre Fahnen. Der Rest der Truppe schnappt sich die Ausrüstung und macht sich auf den Weg zur Unfallstelle, ungefähr 30 m die Strasse runter. Die Sanitäter rufen schon eine weitere Ambulanz, weil es bei 2 Gespannen eben 4 Personen sind die verletzt sein können.

Mein Job ist “Second Bike”, da aber das zweite Gespann unter dem Ersten lag musste erstmal dieses Entfernt werden und ich habe mich um Feuerlöscher , Öl-Bindemittel und “Crowd – Control” gekümmert. Es waren eh schon 10-15 Marshal’s und Sanitäter an den zwei Gespannen, da brauchte man nicht noch verrückte Zuschauer die wild rum rennend Bilder oder Videos machen.

Im Sekundentakt sind dann 2 weitere Ambulanzen angekommen, der Notarzt war auch sofort da und alles ging seinen “normalen” Gang der Rettungsmaßnahmen. Vorweggenommen, keiner der Beteiligten hatte schwere Verletzungen. 

Es hat sich gezeigt das viele gelernte (antrainierten) Tätigkeiten geholfen haben diesen Einsatz (klarerweise) hektisch aber doch Ziel geführt abzuwickeln. Alle zusammen haben es geschafft innerhalb von knapp 3 Minuten die 4 Seitenwagen Insassen zu Bergen und mit der Erstversorgung anzufangen, den Hubschrauber zum Transport eines Fahrers (war nicht schwer Verletzt, konnte man zu dem Moment aber nicht Wissen) anzufordern und die Landefläche von Zuschauern zu befreien, die austretenden Motorflüssigkeiten mit Bindemittel zu kontrollieren und nach dem Abtransport der Beteiligten mit den ersten Aufräumungsarbeiten anzufangen.

So geht TEAMARBEIT und ich war ein Teil davon. Das “Hot-Debriefing” mit den Medizinischen Betreuern und der Polizei hat gezeigt, das alle sicher waren was Ihre Aufgabe in dem Szenario ist und  alle haben hervorragende Arbeit geleistet. So muss da gehen.

Beide Fahrer sind am Tag nach dem Unfall aus dem Krankenhaus entlassen worden und angeblich war die Fahrerin des einen Gespanns  auch am Donnerstag in der Renn-Pause am Hairpin und hat sich bei allen Beteiligten persönlich Bedankt. Nur nicht bei mir, lach, ich hab auf der Wiese (andere Seite der Strasse) gelegen und hab gepennt. 

Donnerstag ist dann nur ein, zweimal ein kleiner Ausrutscher passiert der aber mit Aufheben des Bikes und Abtransport in die Sicherheitszone erledigt waren. Die Rennen am Donnerstagnachmittag waren die Spannendsten die ich dort je Erlebt habe. Ganz große Klasse bei den 1.000er und auch bei den 600er und auch die Gespanne haben ein wunderschönes und spannendes Rennen geliefert. So macht Straßenrennsport wirklich grenzenlosen Spaß. 


Wenn es sich Einrichten lässt, werde ich auch 2020 wieder als Marshal daran teilnehmen. Sogar an der gleichen Stelle, denn das Team ist einfach “The Bomb”.

#S100 #BallabegHairpin # Southern100 #Sidecar #Marshal

Ich bin wieder zurück auf der „Silly Moos Campsite“ und habe heute erstmals meine „Hausmännischen Aufgaben“ getätigt.Mit anderen Worten bin ich mit dem Bus zum „Coin-Wash“ in Ramsey gefahren und habe meine Sachen gewaschen. Morgen versuche ich mir einen Teil der Britischen TRIAL Meisterschaften anzusehen. Dazu dann mehr in Teil – 4 

Joerg Wenzel – Blog-ender Motorrad Enthusiast – aus München – schreibt http://www.WhyAskWhy.de

Southern 100 – Teil 2

Mein „Arbeitstag“ auf der IoM fängt immer erst am späten Nachmittag an, weil die „Practice Sessions“ von 18:xx bis 21:xx sind, je nachdem ob es eine Verzögerung gibt, so wie gestern,oder ob alles nach Plan läuft. Ich muss sagen der „Southern 100 Club“ hat ein Schedule, das sehr sehr ENG ist. Und es wird von Montag und Dienstag Abends werden für die verschiedenen Klassen ein nach der andere Trainings-Session durchgeführt. 250/600/1000/SideCar, hier fahren 6 oder mehr verschiedene Klassen, teilweise zusammen, außer den Sidecars (Motorräder mit Seitenwagen). Eine geniale Mischung.  Da wird es nie Langweilig. Aber eigentlich wollte ich etwas zu dem Bild hier schreiben. 

Kawasaki GPz 900 RR

Mein erstes “Superbike”, mit dem ersten Rahmen der (fast) nicht mehr gewackelt hat. Jeder der in den 70er und 80er Jahren ein Motorrad gefahren ist, weiss wovon ich Spreche. Ich hatte eine Honda CX 500 mit damals 48 PS (wegen der Versicherung) und einem Rohrrahmen. Der hat schon geschlabbert wenn das Motorrad noch auf dem Seitenständer stand. Vor allen Dingen sind die Plastik-Schwingenlager nach mehr als 120.000 km jenseits von Gut & Böse gewesen. Und dann kam die Kawasaki, was für ein geiles Motorrad. Diamond Frame, mit fetten Aluminiumplatten, einem (na ja so la la) funktionierendem Anti-Dive System. Wassergekühlter Motor mit mehr als 115 PS, was für eine geniale Maschine. Und gestern habe ich wieder eine hier auf der Insel gesehen. Da musste ich erstmal ein Foto machen und gestern Abend nach dem Rennen habe ich noch den Besitzer getroffen, der zufällig am “Ballabeg Hairpin” der Practice Session zugeschaut hat. War ein sehr interessantes Gespräch. Er ist der 1. Besitzer der Kawa und hat sie für mehrere Jahre (Familie und so) in der Garage stehen gehabt und erst kürzlich wieder Restauriert. Schade das da eine 4-1 Anlage dran gekommen ist, aber der Sound war schon nicht schlecht, lach. Tja das wäre in Deutschland so nicht durch den TÜV gekommen, grins.

Ballabeg Hairpin, mein “Arbeitsplatz” nicht nur für die Practice Montag und Dienstag, sondern auch am Mittwochabend für die dann stattfindenden Rennen und am Donnerstag den ganzen Tag für die Rennen die Vormittags und Nachmittags geplant sind. Wenn ich mir die Wetterlage ansehe, könnte es wirklich “Dry&Warm” werden. Ich halte jedenfalls beide Daumen gedrückt das wir gutes Wetter haben werden. Am Ende kann ich es aber nicht ändern und hier bei der Southern 100 wird sowieso gefahren, da gibt es keine Einschränkung. Regenreifen drauf geschraubt und los geht es. Der Hubschrauber kann hier immer Fliegen und wie ich dem neuen IMC (Incident Management Course) am Montag gelernt habe, dauert es maximal 2 Minuten bis an wirklich jeder Stelle der Rennstrecke ein Rettungswagen/Notfall Doktor eintrifft. Normalerweise geht das noch schneller, weil die Rettungskräfte an den neuralgischen Punkten der Rennstrecke bereit stehen.

Hab ich was neues Gelernt beim IMC des Southern 100 Clubs ? Klar, lach. Mir war die Procedure nicht klar wie man einen Fahrer aus einem Sidecar herausbekommt, also ohne weitere Verletzungen hinzuzufügen. Der kann ja nicht einfach so aufstehen. Die Geräte sind mittlerweile an der Motortechnisch möglichen Grenze angekommen. Da gibt es keine besonderen Vorteile mehr ob man jetzt einen 600er Suzuki/Yamaha/Honda Motor fährt. Die haben alle mehr oder weniger die gleichen PS, das Drehmoment ist auch in ähnlichen Bereichen. Der einzige Vorteil den man sich noch verschaffen kann ist durch Aerodynamic. Das heißt aber der Fahrer und der Beifahrer sitzen in oder unter/hinter einer mehr oder weniger engen Verkleidung. 

Gestern konnte ich 1. Hand sehen wie schwierig es für den Fahrer ist, einfach nur aus dem Gespann Motorrad auszusteigen, genau AUS dem Motorrad. Der Fahrer ist mehr oder weniger komplett eingekapselt und hat z.B. seine Beine in Schächten nach hinten um dort die Schaltung und die Bremse zu benutzen. Wenn man sich jetzt vorstellt, das der Fahrer nicht mehr selber aussteigen kann, ist es für die Marshal’s ein 5 Mann Job um den Fahrer aus dem Sidecar Motorrad korrekt aus dem Bike zu bekommen. Das müsst eigentlich viel öfters geübt werden, aber das geht leider so auch nicht. Deswegen gehe ich eben jedes Jahr zu einem IMC (Incident Management Course) und bisher habe ich immer wieder etwas dazugelernt, oder konnte schon bekanntes verbessern. Denn am Ende geht es darum das ich als Marshal in einer Stress Situation weiss was zu tun ist. 

 

Joerg Wenzel – Blog-ender Motorrad Enthusiast – aus München – schreibt http://www.WhyAskWhy.de

Southern 100 – Teil 1

 OK ich bin (schon) wieder auf der Isle of Man. Böse Zungen behaupten ja das es mir einfach viel zu warm in Deutschland ist. Dem muss ich energisch Widersprechen, das sind keine „Böse“ Zungen, nur Leute die mich ganz gut kennen. Aber Spaß beiseite, es war wirklich so Warm in München das meine Frau und ich für ein langes Wochenende in ein nettes Hotel gezogen sind, weil die nämlich eine Klimaanlage haben. Nein ich kaufe mir keine Mini Klimaanlage für 3-5 Tage Hitze, es ist doch viel Angenehmer sich in einem Hotel Bedienen zu lassen, lach. Hat das etwas mit meinem Aufenthalt auf der IoM (Flughafenkürzel für – Isle of Man) zu tun? Nee nicht wirklich. Kurz und knapp es sind die Southern 100. Aber dann wäre dieser Blog Beitrag jetzt schon wieder zu Ende. 

Also erstmal zur Erklärung. Die Isle of Man liegt mitten in der Irischen See und war bis zur “Erfindung” der günstigen Flug-Pauschal-Urlauber “DIE Urlaubsinsel” der Engländer. Einfach mit dem Schiff zu erreichen und durch den Golfstrom auch so klimatisiert das hier sogar an einigen Stellen Palmen wachsen. Nein das hat mit “Global Warming” nix zu tun, ist der Golfstrom. Ein “kleiner” Teil des Golfstroms vor Irland zweigt ab und umspült die Isle of Man. Der ist für das eher gemäßigte Klima hier zuständig. Palmen, Wallabies (kleine Känguruhs), Tropische Pflanzen sind keine Besonderheiten hier.

Aber neben Tourismus sind für uns “Continentals” natürlich die Motorradrennen der “Tourist Trophy” ein Begriff (oder auch nicht). Jedenfalls hat sich die Insel den Titel des “Capitol of Motorsport” gegeben. Hier gibt es nicht nur die “Tourist Trophy” (TT), sondern auch die “Classic TT” (oder auch “Manxx Grand Prix” MGP genannt), die Britischen TRIAL Meisterschaften haben hier einen Event, die Britische Rally Meisterschaft, Dragster-Events auf einer speziellen “Drag Race” Strecke  und unter weiteren Events auch abseits des Motorsports gibt es die “Southern 100” auch die “Friendly Races” genannt.

Diese Woche bin ich hier um meine Freizeit als Ehrenamtlicher “Marshal” hier zu verbringen. Zelten ist wie schon so oft meine bevorzugte Übernachtungsart und wie schon dieses Jahr zur Tourist Trophy bin ich  auf dem “einzigen” Campingplatz der Insel, auf “Silly Moos Campsite”, der einen “Deutschen mit Humor” verkraften kann. Und ich kann mein Zelt IN einer der Scheunen aufschlagen. das hat den Vorteil das bei schlechtem Wetter mein Zeug trocken bleibt und bei Hitze ich nicht im Zelt einfach dahin schmelze. Alles in allem ein sehr guter wenn auch ungewöhnlicher Ort sein Zelt aufzuschlagen.  Na ja und wie das Wetter es heute wieder zeigt, war das genau die RICHTIGE Idee IN der Scheune zu Zelten. Kommt gerade wieder in Bindfäden vom Himmel runter. Ich hab mir gerade die Wetter Radar Vorhersage angesehen, es könnte um 15:00 trocken werden. Vielleicht klappt das ja doch mit im trocken „Marshalling“. Ich werde jetzt mein Mittagessen zubereiten und dann schau ich mal wie ich zur Rennstrecke komme. Vielleicht kann ich ja wie gestern die „Farm Hure“ einen RAV4 verwenden und kann mir die Busfahrt sparen. Der Billown  Course ist von hier ca. 30 KM Entfernt. Mit dem Bus eigentlich kein Problem, man muss nur genügend Zeit mitbringen, es gibt keine direkte Verbindung, muss Umsteigen in Douglas und dann sind noch die Streckensperrungen, im Prinzip muss man hier im 15:00 losfahren um dann um 17:30 am Einsatzort zu sein. Geht mit dem Auto einfach viel Einfacher.

 

Joerg Wenzel – Blog-ender Motorrad Enthusiast – aus München – schreibt http://www.WhyAskWhy.de

 

Warum „Marshal“ auf der IoM

#IoM #TTCourse #TT
TT Course

Ein Kollege vom BVDM (dem Bundesverband der Motorradfahrer) hat mich kürzlich gefragt, warum ich Marshal (Streckenposten mit Sonderrechten) bei der „Tourist Trophy“ auf der „Isle of Man“ mache. Meine normale Antwort ist dazu fast immer: „Weil dann keiner mehr vor mir stehen kann und ich mir meinen Renn-Aussichts-Punkt selber aussuchen kann“.

Das stimmt ja auch zum Teil, aber diese Frage hat mich zum Nachdenken gebracht. Warum also nehme ich mir Urlaub um während der „Tourist Trophy“ als Marshall auf der „Isle of Man“ meinen Urlaub zu verbringen. Hmm, eigentlich aus den oben genannten Gründen, zumindest zum Teil. 

Ja es geht mir extrem auf den Wecker das man bei Rennveranstaltungen eine Eintrittskarte benötigt. Das ist ja kein Zoo, sondern ein Rennen, bei dem sich Rennfahrer Treffen um den besten Fahrer auszufechten. Reden wir mal über Preise, also im Vergleich zu anderen TOP-Rennserien. Die meisten Rennveranstaltungen haben mir schon mit dem Eintrittspreis „das Kraut ausgeschüttet“. Eine 3 Tage Karte z.B. bei dem MotoGP am Sachsenring kostet gleich schlappe 125 Euro, als Stehplatz, für einen Tribünen Platz kommt dann nochmal 100 Euro drauf, also unter 220 Euro ist nix zu machen. 

Ich bin mir sicher das es notwendig ist diese Preise zu verlangen, aber dann kommt noch etwas hinzu, die Entfernung. Also nicht die Fahrentfernung zum Event, das wären zum Sachsenring von hier nur 380 km, nein ich meine die Entfernung zum Renngeschehen. Bei den meisten modernen Rennserien ist der Zuschauer hinter hohen Zäunen und hinter grossen Auslaufzonen auf einer Tribüne. Und dann ist da noch kein Zeltplatz oder andere Übernachtungsmöglichkeit eingeschlossen. Aber ich schweife ein bisschen ab.

#TT2019 #Ramsey
Parliament Square Ramsey, IoM

„Weil keiner mehr vor mir stehen kann“ ist vielleicht der dümmste Grund Marshal zu werden aber auf der anderen Seite hat’s einfach eine GENIALE Aussicht auf das Renngeschehen. Näher geht nicht mehr dran. Da ich aber nicht völlig verblödet bin habe ich mir „Marshal“-Punkte ausgesucht an denen eine eher geringe Unfallgefahr ist. Ramsey Parliament Square, Goosneck, Ramsey Hairpin sind alles Namen die das Herz des interessierten Strassenrennsport-Fans höher schlagen lassen, aber auf der anderen Seite sind diese Punkte auch Bereiche in denen mit relativ geringer Geschwindigkeit durch die 90 bzw. 180 Grad Kurven gefahren wird. Wenn da etwas passiert (wie schon gehabt) sind das alles bisher Unfälle gewesen die mit Lederkombi abklopfen und Maschine aufrichten erledigt sind. 

K-Tree 2018 #TT2018
K-Tree #TT2018

Anders sieht es natürlich auf den Hochgeschwindigkeits-Passagen mit Geschwindigkeiten über 250 km/h aus, aber das Erspare ich mir einfach. Bin ja Marshal und kann mir meinen „Arbeitsplatz“ mehr oder weniger aussuchen. Und ja das ganze ist natürlich gefährlich, wie so vieles im Leben. Tauchen, Fallschirmspringen, Motorradfahren, das Leben  im allgemeinen, aber das ist auch alle ein Teil meines Seins, daß die Nähe zu Motorrädern die an mir Vorbeifahren keine wirkliche Fluchtreaktion auslösen. Ich Denke ich weiss was ich mache, ich glaube die Rennfahrer wissen auch was sie machen und somit kann ich der Veranstaltung ganz Entspannt folgen.

Ramsey Hairpin, Photo copyright by Christine von Manxarts. http://manxarts.com

Gibts noch einen Grund warum ich Marshal bin? Klar noch eine ganze Menge, einer der anderen wichtigen Punkte ist das ich in einer Gemeinschaft Gleichgesinnter bin, wir nennen uns nicht umsonst die „Orange Army“ (nach den Signalwesten). Nicht zu verwechseln mit den „Gelb-Kutten“ und den „Bob der Baumeister Westen“. Es werden für jede Veranstaltung ca. 550 Personen benötigt um die Rennstrecke Renntauglich zu machen. Da müssen Strassen gesperrt werden, Flaggen Posten stehen und Radio Operator tätig sein, Medizinische Ersthelfer und Doktoren vor Ort bereitstehen, Anzeigetafel Bediener und viele andere Tätigkeitsbereiche müssen abgedeckt werden, damit so ein Renntag stattfinden kann. Es ist ja nicht damit getan der jemand 25 Runden um einen abgesperrten 4 km langen Rundkurs fährt. Das ist Strassenrennen, durch Dörfer, über Berge und Landschaft. Eine Runde ist über 60 km lang (60,725 km) mit mehr als 200 Kurven. Das bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von über 200 km/h, im Vergleich dazu sind MotoGP Maschinen echt langsam mit ihrem ca. 160 km/h Durchschnitt. (Informationen dazu aus Wikipedia)

Ramsey Hairpin Crew
Die Crew vom Ramsey Hairpin, Photo copyright by Christine von Manxarts. http://manxarts.com

Ach so ja das Gemeinschaftgefühl als Marshal ist ein ganz wichtiger Punkt warum ich überhaupt dort mit mache. Natürlich ist es wichtig das Rennen korrekt ablaufen zu lassen, da sind auch alle Marshals Top dabei, viele haben freiwillig eine Weiterbildung gemacht um als „IMC“ (Incident Management Course) geschulter Marshal dort im Falle eines Falles genau zu Wissen was gemacht werden muss. Aber am Ende kommt auch noch der Spass zwischen den Rennabschnitten nicht zu kurz. Weil man seinen Posten währen der Streckensperrung nicht verlassen kann, es gibt dort meistens auch etwas zu Trinken (Bleifrei na klar) es wird manchmal gekocht, Kuchen wird fast immer mitgebracht und unter den Kollegen verteilt, alles in allem schon eine leichte Volksfest Stimmung. Wieviel mehr Spass kann man denn beim Motorradrennen noch haben. Ja ich weiss das mit dem Spass ist alles im Auge des Betrachters, aber für mich persönlich und viele anderen „Marshal’s“ ist diese Tätigkeit es das schönste was man am Renntag machen kann. Das macht die ganze Sache aus so Stimmungsvoll, ach ja UND weil man auf der „Isle of Man“ ist, dem „World Capitol of Street Racing“ mit einer Aussicht zum Umfallen. 

#IoM #TT2018 Goosneck Panorama

Hier noch ein kleines Video bei Youtube gespeichert.

Interesse geweckt, dann schau doch mal bei der „Isle of Man Tourist Trophy Marshals Organisation“ rein (IoMTTMA). Die freuen wirklich wenn sie neue Marshals anwerben können.  Das ist ein EHRENAMT, also keine Bezahlung oder ähnliches.  Bei Fragen einfach ein Mail schicken und ich bemühe mich das Zeitnahe zu Beantworten. Ach so als Schlusswort, meine Fähre für 2020 ist schon gebucht.

Einige Photos sind von Christine bei ManxArts, geniale Photografin, schau mal auf Ihre WEB-Seite

Joerg Wenzel – Blog-ender Motorrad Enthusiast – aus München – schreibt http://www.WhyAskWhy.de

 

 

Fahr ich allein ?

Weil die Frage „Fährst Du solche Touren allein?“ heute in einem anderem Medium aufkam, hier meine Einstellung zur Motorrad Gruppen Reisen Geschichte.  Auslöser war das Bild von dem Fish&Chips Shop in Südengland.

20170824_185522Ja manchmal fahre ich allein. Warum? Weil manchmal meine Buddies eben keine Zeit haben, kein Geld haben, keine Lust haben, oder ich sie einfach nicht gefragt habe. Das ist auch schwierig  die „richtige Truppe“ für eine längere Tour zusammen zu bekommen.

Bei einigen meiner Freunde ist es ganz einfach. Das geht dann so:“ Yo Stefan, wollen wir nächste Woche zum Gardasee fahren ?“, Antwort: „Klar ich komme dann am Freitag um 12:00 zu Dir und dann fahren wir los“.

Keine Planung nur ein Ziel und ein Startdatum. Ob man jetzt auf einem Zeltplatz in einem (un-)Mobile Home oder in einem Bed&Breakfast (Garni) oder einem Hotel übernachtet, wird dann während der Tour geklärt. Man weiß ja noch gar nicht ob man überhaupt zum Gardasee kommt, vielleicht bleibt man ja wegen super schönen Strassen, oder einem See, oder sonst wegen irgendwas in einer anderen Gegend hängen.

Dann gibt es einige Leute die schon im Vorfeld sagen: „Aber auf einem Campingplatz / B&B / Garni / Hotel gehe ich nicht“, ohne überhaupt über die Tour nachzudenken. Denen möchte ich dann am liebsten sagen, „Ja Fick Dich doch selber“, mach ich aber nicht. Aber ich zeigen speziell den Personen all die wunderschönen Bilder von der Tour wenn ich zurück bin 🙂

Dann gibt es Touren die benötigen eine bestimmte Menge an Vorbereitung, speziell wenn es um Fähren oder Flüge geht. Typisches Beispiel ist die „Tourist Trophy“ auf der „Isle of Man“. Jeder kann auf die Isle of Man fahren, kein Problem. Jeder bekommt auch ein Fährticket (das ist nämlich das Bottleneck, oder die entscheidende Stelle die über Teilnahme oder nicht entscheidet).

Wo ist das Problem hier? Wenn man sich bei der „Steam-Packet Company“ auf der WEB_Seite ansieht wann die nächste Fähre fährt, bekommt man auch einen Platz. Allerdings NICHT in der Zeit von Mitte Ende Mai bis Mitte Juni. Da wird es eng auf der Insel wegen der Tourist Trophy. Also hier muss vorgeplant werden. Und dabei kann die Vorlaufzeit auch schon mal 1 (ein) Jahr betragen.

Aber zurück zum eigentlichen Thema, fahre ich so was lieber allein oder mit mehreren Teilnehmern. Ehrlich? 2 – 3 Personen aber dann ist Schluss. Ich mag keine riesen Gruppen, beim Fahren wohlgemerkt. Nachher am Zielort ist mir das sogar Recht das viele Leute da sind. Aber auf der Fahrt ? Nee, da doch lieber noch 1-2 Motorräder in meiner Gruppe und das war’s. Und am liebsten Leute die ein gewisses Maß an Eigenständigkeit besitzen.

Die Truppe für die kommende IoM Reise scheint so zu Funktionieren. Das wird bestimmt gut.  Die erste Gruppen Challenge wird die Fähre nach Newcastle, lach. Da Liegen wir dann zu viert (4) eine einer Kabine, grins, ich glaube aber das sind Etagenbetten, lach. Ausserdem höre ich mein Schnarchen nicht, grins.

Zweites Handicap sind dann Ausländische Feiertage (in England z.B. andere Ferien und Bankholidays), die sollte man auch im Auge behalten. Nicht so wie im Herbst, auf dem Weg nach Stonehenge vergessen(oder besser nicht gewusst) das an genau dem Wochenende ein langes Bankholiday in der UK war. Und alle an die Küsten in den Süden zum Kurzurlaub gefahren sind. Demzufolge ist meine Idee mit, „Da fahre ich jetzt mal hin und guck mal nach einem Motel Zimmer“ völlig ins Wasser gefallen und ich bin bis in die Nacht nach nach Norden gefahren um ein Zimmer in einem „bezahlbaren“ Motel zu bekommen.

Das geht mit mir allein und noch 3-5 anderen Leuten die ich kenne, aber der Grossteil der Leute die ich kennengelernt habe, sind eher nicht Abenteuerfest und brauchen eine genaue Planung.

OK, Holidays und Ferien sind eingeplant, was man aber nicht Beeinflussen kann ist das Wetter. Und da die Klima Erwärmung nur eine Erfindung der Chinesen ist (sagt jedenfalls der allwissende Mr. Trump in den USA) macht man sich besser auch darüber sein eigenen Gedanken, wenn eh schon geplant wird. Also sollten die geplanten Routen, die sicherlich durch die schönsten Gegenden Europas verlaufen, eine Wetter-Abkürzung beinhalten. Muss bei einer Planung immer mit bedacht werden. Das macht die Routen-Übersicht nicht gerade klarer, aber am Ende ist es einfacher morgens im Motel aufzuwachen, Dauerregen festzustellen und mit einem Klick auf die Alternative-Route umzustellen, als erst Stundenlang nach einer anderen Strecke zu suchen, dazu hat man ja die Zeit VOR der Tour investiert. Die muss man dann nicht WÄHREND der Tour verplempern.

 


 

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Servus, ich bin Joerg. Biker seit 1975, Nordrhein-Vandale nun langjähriger Beute-Bayer und ein Schreiber für dieses Blog. Auch mit meinem Namen „Joerg Wenzel“ oder dem Hastag #WhyAskWhy in anderen Social Medien zu finden wie zum Beispiel -Twitter – Google+ – Facebook – Instagram  sowie bei YouTube.

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