Southern 100 – Teil 3

Ich bin diese ganze Woche in Ballabeg, Isle of Man,  am “Ballabeg Hairpin” als Marshal eingesetzt.

Ein „Marshal“ ist die Bezeichnung für einen Streckenposten mit Polizei Rechten, ab dem Moment in dem die Straße die den Rennkurs darstellt gesperrt wurde. Also ein Streckenposten mit „Authority“.

In Ballabeg macht der Billown Racecourse eine scharfe 130 Grad Rechtskurve. Daher auch der Name „Ballabeg Hairpin“, Alpin Erfahrene Biker würden eher sagen: “na ist ‘ne schärfere Kurve, aber kein Hairpin”, eben weil nicht 180 Grad. Lassen wir aber diese Kleinigkeiten außen vor..

Es ist eine sehr schöne enge Kurve und die Maschinen müssen hier relative langsam. Das ist eine der Kurven wo es  eher auf die Fahrtechnik ankommt, anstelle von reine Lebensverweigerung um durch den Knick zu kommen. Alle “Unfälle” dort waren bisher eher im Bereich, “Komm Buddy ich helfe Dir auf, wir besorgen Dir einen Tee und dann ist alles wieder gut”. Solange ich bisher dort war haben sich alle “Versorgungsfälle” eher darum gedreht und das “umgefallene” Motorrad aufzuheben und aus der Einflugschneise zu entfernen. Bisher also.

IMC – „Incident Management Course“ Wissen gleich mal genutzt.

Was war passiert?  Ich habe doch am Montag an dem IMC teilgenommen und dabei gelernt, wie man einen verunglückten Gespannfahrer aus seinem Fahrzeug befreit (sie dazu auch den vorherigen Blog Beitrag).

Den ganzen Mittwoch sind die Gespannfahrer schon so unterwegs gewesen, als wenn irgendwas passieren würde. Ein kleinerer Unfall ist auch in dem nach uns folgenden Abschnitt Richtung “Four Ways” passiert, aber die Fahrer sind mit der vor Ort Erst-Versorgung ausreichend behandelt worden. Also alles gut.

Am Mittwochabend hat es auf einmal bei uns am Hairpin gekracht. 2 Seitenwagen waren in der Anfahrt auf den Hairpin miteinander Kollidiert und haben sich gegenseitig ins AUS geschossen. Nur an der Stelle gibt es kein AUS, sondern nur eine Hauswand und 2 Windfang Vorbauten (siehe die Bilder einmal mit und einmal ohne Windfang).

Den haben die zwei Gespanne dann auch gleich mal beim Einschlag zerstört, eines der Gespanne ist auch noch Kopfüber auf dem anderen gelandet. Ich hatte den Unfall gar nicht gesehen, sondern mich gerade auf die Zuschauer konzentriert um sicherzustellen das dort alles in Ordnung ist.

Plötzlich geht die Trillerpfeife vom kommandierenden Posten los und sie Ruft:  “RED FLAG – RED FLAG – RED FLAG!!!”, der Radio Operator drückt am Tetra-Radio sofort die Emergency Taste und die Flaggenposten schwenken ihre Fahnen. Der Rest der Truppe schnappt sich die Ausrüstung und macht sich auf den Weg zur Unfallstelle, ungefähr 30 m die Strasse runter. Die Sanitäter rufen schon eine weitere Ambulanz, weil es bei 2 Gespannen eben 4 Personen sind die verletzt sein können.

Mein Job ist “Second Bike”, da aber das zweite Gespann unter dem Ersten lag musste erstmal dieses Entfernt werden und ich habe mich um Feuerlöscher , Öl-Bindemittel und “Crowd – Control” gekümmert. Es waren eh schon 10-15 Marshal’s und Sanitäter an den zwei Gespannen, da brauchte man nicht noch verrückte Zuschauer die wild rum rennend Bilder oder Videos machen.

Im Sekundentakt sind dann 2 weitere Ambulanzen angekommen, der Notarzt war auch sofort da und alles ging seinen “normalen” Gang der Rettungsmaßnahmen. Vorweggenommen, keiner der Beteiligten hatte schwere Verletzungen. 

Es hat sich gezeigt das viele gelernte (antrainierten) Tätigkeiten geholfen haben diesen Einsatz (klarerweise) hektisch aber doch Ziel geführt abzuwickeln. Alle zusammen haben es geschafft innerhalb von knapp 3 Minuten die 4 Seitenwagen Insassen zu Bergen und mit der Erstversorgung anzufangen, den Hubschrauber zum Transport eines Fahrers (war nicht schwer Verletzt, konnte man zu dem Moment aber nicht Wissen) anzufordern und die Landefläche von Zuschauern zu befreien, die austretenden Motorflüssigkeiten mit Bindemittel zu kontrollieren und nach dem Abtransport der Beteiligten mit den ersten Aufräumungsarbeiten anzufangen.

So geht TEAMARBEIT und ich war ein Teil davon. Das “Hot-Debriefing” mit den Medizinischen Betreuern und der Polizei hat gezeigt, das alle sicher waren was Ihre Aufgabe in dem Szenario ist und  alle haben hervorragende Arbeit geleistet. So muss da gehen.

Beide Fahrer sind am Tag nach dem Unfall aus dem Krankenhaus entlassen worden und angeblich war die Fahrerin des einen Gespanns  auch am Donnerstag in der Renn-Pause am Hairpin und hat sich bei allen Beteiligten persönlich Bedankt. Nur nicht bei mir, lach, ich hab auf der Wiese (andere Seite der Strasse) gelegen und hab gepennt. 

Donnerstag ist dann nur ein, zweimal ein kleiner Ausrutscher passiert der aber mit Aufheben des Bikes und Abtransport in die Sicherheitszone erledigt waren. Die Rennen am Donnerstagnachmittag waren die Spannendsten die ich dort je Erlebt habe. Ganz große Klasse bei den 1.000er und auch bei den 600er und auch die Gespanne haben ein wunderschönes und spannendes Rennen geliefert. So macht Straßenrennsport wirklich grenzenlosen Spaß. 


Wenn es sich Einrichten lässt, werde ich auch 2020 wieder als Marshal daran teilnehmen. Sogar an der gleichen Stelle, denn das Team ist einfach “The Bomb”.

#S100 #BallabegHairpin # Southern100 #Sidecar #Marshal

Ich bin wieder zurück auf der „Silly Moos Campsite“ und habe heute erstmals meine „Hausmännischen Aufgaben“ getätigt.Mit anderen Worten bin ich mit dem Bus zum „Coin-Wash“ in Ramsey gefahren und habe meine Sachen gewaschen. Morgen versuche ich mir einen Teil der Britischen TRIAL Meisterschaften anzusehen. Dazu dann mehr in Teil – 4 

Joerg Wenzel – Blog-ender Motorrad Enthusiast – aus München – schreibt http://www.WhyAskWhy.de

Warum „Marshal“ auf der IoM

#IoM #TTCourse #TT
TT Course

Ein Kollege vom BVDM (dem Bundesverband der Motorradfahrer) hat mich kürzlich gefragt, warum ich Marshal (Streckenposten mit Sonderrechten) bei der „Tourist Trophy“ auf der „Isle of Man“ mache. Meine normale Antwort ist dazu fast immer: „Weil dann keiner mehr vor mir stehen kann und ich mir meinen Renn-Aussichts-Punkt selber aussuchen kann“.

Das stimmt ja auch zum Teil, aber diese Frage hat mich zum Nachdenken gebracht. Warum also nehme ich mir Urlaub um während der „Tourist Trophy“ als Marshall auf der „Isle of Man“ meinen Urlaub zu verbringen. Hmm, eigentlich aus den oben genannten Gründen, zumindest zum Teil. 

Ja es geht mir extrem auf den Wecker das man bei Rennveranstaltungen eine Eintrittskarte benötigt. Das ist ja kein Zoo, sondern ein Rennen, bei dem sich Rennfahrer Treffen um den besten Fahrer auszufechten. Reden wir mal über Preise, also im Vergleich zu anderen TOP-Rennserien. Die meisten Rennveranstaltungen haben mir schon mit dem Eintrittspreis „das Kraut ausgeschüttet“. Eine 3 Tage Karte z.B. bei dem MotoGP am Sachsenring kostet gleich schlappe 125 Euro, als Stehplatz, für einen Tribünen Platz kommt dann nochmal 100 Euro drauf, also unter 220 Euro ist nix zu machen. 

Ich bin mir sicher das es notwendig ist diese Preise zu verlangen, aber dann kommt noch etwas hinzu, die Entfernung. Also nicht die Fahrentfernung zum Event, das wären zum Sachsenring von hier nur 380 km, nein ich meine die Entfernung zum Renngeschehen. Bei den meisten modernen Rennserien ist der Zuschauer hinter hohen Zäunen und hinter grossen Auslaufzonen auf einer Tribüne. Und dann ist da noch kein Zeltplatz oder andere Übernachtungsmöglichkeit eingeschlossen. Aber ich schweife ein bisschen ab.

#TT2019 #Ramsey
Parliament Square Ramsey, IoM

„Weil keiner mehr vor mir stehen kann“ ist vielleicht der dümmste Grund Marshal zu werden aber auf der anderen Seite hat’s einfach eine GENIALE Aussicht auf das Renngeschehen. Näher geht nicht mehr dran. Da ich aber nicht völlig verblödet bin habe ich mir „Marshal“-Punkte ausgesucht an denen eine eher geringe Unfallgefahr ist. Ramsey Parliament Square, Goosneck, Ramsey Hairpin sind alles Namen die das Herz des interessierten Strassenrennsport-Fans höher schlagen lassen, aber auf der anderen Seite sind diese Punkte auch Bereiche in denen mit relativ geringer Geschwindigkeit durch die 90 bzw. 180 Grad Kurven gefahren wird. Wenn da etwas passiert (wie schon gehabt) sind das alles bisher Unfälle gewesen die mit Lederkombi abklopfen und Maschine aufrichten erledigt sind. 

K-Tree 2018 #TT2018
K-Tree #TT2018

Anders sieht es natürlich auf den Hochgeschwindigkeits-Passagen mit Geschwindigkeiten über 250 km/h aus, aber das Erspare ich mir einfach. Bin ja Marshal und kann mir meinen „Arbeitsplatz“ mehr oder weniger aussuchen. Und ja das ganze ist natürlich gefährlich, wie so vieles im Leben. Tauchen, Fallschirmspringen, Motorradfahren, das Leben  im allgemeinen, aber das ist auch alle ein Teil meines Seins, daß die Nähe zu Motorrädern die an mir Vorbeifahren keine wirkliche Fluchtreaktion auslösen. Ich Denke ich weiss was ich mache, ich glaube die Rennfahrer wissen auch was sie machen und somit kann ich der Veranstaltung ganz Entspannt folgen.

Ramsey Hairpin, Photo copyright by Christine von Manxarts. http://manxarts.com

Gibts noch einen Grund warum ich Marshal bin? Klar noch eine ganze Menge, einer der anderen wichtigen Punkte ist das ich in einer Gemeinschaft Gleichgesinnter bin, wir nennen uns nicht umsonst die „Orange Army“ (nach den Signalwesten). Nicht zu verwechseln mit den „Gelb-Kutten“ und den „Bob der Baumeister Westen“. Es werden für jede Veranstaltung ca. 550 Personen benötigt um die Rennstrecke Renntauglich zu machen. Da müssen Strassen gesperrt werden, Flaggen Posten stehen und Radio Operator tätig sein, Medizinische Ersthelfer und Doktoren vor Ort bereitstehen, Anzeigetafel Bediener und viele andere Tätigkeitsbereiche müssen abgedeckt werden, damit so ein Renntag stattfinden kann. Es ist ja nicht damit getan der jemand 25 Runden um einen abgesperrten 4 km langen Rundkurs fährt. Das ist Strassenrennen, durch Dörfer, über Berge und Landschaft. Eine Runde ist über 60 km lang (60,725 km) mit mehr als 200 Kurven. Das bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von über 200 km/h, im Vergleich dazu sind MotoGP Maschinen echt langsam mit ihrem ca. 160 km/h Durchschnitt. (Informationen dazu aus Wikipedia)

Ramsey Hairpin Crew
Die Crew vom Ramsey Hairpin, Photo copyright by Christine von Manxarts. http://manxarts.com

Ach so ja das Gemeinschaftgefühl als Marshal ist ein ganz wichtiger Punkt warum ich überhaupt dort mit mache. Natürlich ist es wichtig das Rennen korrekt ablaufen zu lassen, da sind auch alle Marshals Top dabei, viele haben freiwillig eine Weiterbildung gemacht um als „IMC“ (Incident Management Course) geschulter Marshal dort im Falle eines Falles genau zu Wissen was gemacht werden muss. Aber am Ende kommt auch noch der Spass zwischen den Rennabschnitten nicht zu kurz. Weil man seinen Posten währen der Streckensperrung nicht verlassen kann, es gibt dort meistens auch etwas zu Trinken (Bleifrei na klar) es wird manchmal gekocht, Kuchen wird fast immer mitgebracht und unter den Kollegen verteilt, alles in allem schon eine leichte Volksfest Stimmung. Wieviel mehr Spass kann man denn beim Motorradrennen noch haben. Ja ich weiss das mit dem Spass ist alles im Auge des Betrachters, aber für mich persönlich und viele anderen „Marshal’s“ ist diese Tätigkeit es das schönste was man am Renntag machen kann. Das macht die ganze Sache aus so Stimmungsvoll, ach ja UND weil man auf der „Isle of Man“ ist, dem „World Capitol of Street Racing“ mit einer Aussicht zum Umfallen. 

#IoM #TT2018 Goosneck Panorama

Hier noch ein kleines Video bei Youtube gespeichert.

Interesse geweckt, dann schau doch mal bei der „Isle of Man Tourist Trophy Marshals Organisation“ rein (IoMTTMA). Die freuen wirklich wenn sie neue Marshals anwerben können.  Das ist ein EHRENAMT, also keine Bezahlung oder ähnliches.  Bei Fragen einfach ein Mail schicken und ich bemühe mich das Zeitnahe zu Beantworten. Ach so als Schlusswort, meine Fähre für 2020 ist schon gebucht.

Einige Photos sind von Christine bei ManxArts, geniale Photografin, schau mal auf Ihre WEB-Seite

Joerg Wenzel – Blog-ender Motorrad Enthusiast – aus München – schreibt http://www.WhyAskWhy.de

 

 

Fahr ich allein ?

Weil die Frage „Fährst Du solche Touren allein?“ heute in einem anderem Medium aufkam, hier meine Einstellung zur Motorrad Gruppen Reisen Geschichte.  Auslöser war das Bild von dem Fish&Chips Shop in Südengland.

20170824_185522Ja manchmal fahre ich allein. Warum? Weil manchmal meine Buddies eben keine Zeit haben, kein Geld haben, keine Lust haben, oder ich sie einfach nicht gefragt habe. Das ist auch schwierig  die „richtige Truppe“ für eine längere Tour zusammen zu bekommen.

Bei einigen meiner Freunde ist es ganz einfach. Das geht dann so:“ Yo Stefan, wollen wir nächste Woche zum Gardasee fahren ?“, Antwort: „Klar ich komme dann am Freitag um 12:00 zu Dir und dann fahren wir los“.

Keine Planung nur ein Ziel und ein Startdatum. Ob man jetzt auf einem Zeltplatz in einem (un-)Mobile Home oder in einem Bed&Breakfast (Garni) oder einem Hotel übernachtet, wird dann während der Tour geklärt. Man weiß ja noch gar nicht ob man überhaupt zum Gardasee kommt, vielleicht bleibt man ja wegen super schönen Strassen, oder einem See, oder sonst wegen irgendwas in einer anderen Gegend hängen.

Dann gibt es einige Leute die schon im Vorfeld sagen: „Aber auf einem Campingplatz / B&B / Garni / Hotel gehe ich nicht“, ohne überhaupt über die Tour nachzudenken. Denen möchte ich dann am liebsten sagen, „Ja Fick Dich doch selber“, mach ich aber nicht. Aber ich zeigen speziell den Personen all die wunderschönen Bilder von der Tour wenn ich zurück bin 🙂

Dann gibt es Touren die benötigen eine bestimmte Menge an Vorbereitung, speziell wenn es um Fähren oder Flüge geht. Typisches Beispiel ist die „Tourist Trophy“ auf der „Isle of Man“. Jeder kann auf die Isle of Man fahren, kein Problem. Jeder bekommt auch ein Fährticket (das ist nämlich das Bottleneck, oder die entscheidende Stelle die über Teilnahme oder nicht entscheidet).

Wo ist das Problem hier? Wenn man sich bei der „Steam-Packet Company“ auf der WEB_Seite ansieht wann die nächste Fähre fährt, bekommt man auch einen Platz. Allerdings NICHT in der Zeit von Mitte Ende Mai bis Mitte Juni. Da wird es eng auf der Insel wegen der Tourist Trophy. Also hier muss vorgeplant werden. Und dabei kann die Vorlaufzeit auch schon mal 1 (ein) Jahr betragen.

Aber zurück zum eigentlichen Thema, fahre ich so was lieber allein oder mit mehreren Teilnehmern. Ehrlich? 2 – 3 Personen aber dann ist Schluss. Ich mag keine riesen Gruppen, beim Fahren wohlgemerkt. Nachher am Zielort ist mir das sogar Recht das viele Leute da sind. Aber auf der Fahrt ? Nee, da doch lieber noch 1-2 Motorräder in meiner Gruppe und das war’s. Und am liebsten Leute die ein gewisses Maß an Eigenständigkeit besitzen.

Die Truppe für die kommende IoM Reise scheint so zu Funktionieren. Das wird bestimmt gut.  Die erste Gruppen Challenge wird die Fähre nach Newcastle, lach. Da Liegen wir dann zu viert (4) eine einer Kabine, grins, ich glaube aber das sind Etagenbetten, lach. Ausserdem höre ich mein Schnarchen nicht, grins.

Zweites Handicap sind dann Ausländische Feiertage (in England z.B. andere Ferien und Bankholidays), die sollte man auch im Auge behalten. Nicht so wie im Herbst, auf dem Weg nach Stonehenge vergessen(oder besser nicht gewusst) das an genau dem Wochenende ein langes Bankholiday in der UK war. Und alle an die Küsten in den Süden zum Kurzurlaub gefahren sind. Demzufolge ist meine Idee mit, „Da fahre ich jetzt mal hin und guck mal nach einem Motel Zimmer“ völlig ins Wasser gefallen und ich bin bis in die Nacht nach nach Norden gefahren um ein Zimmer in einem „bezahlbaren“ Motel zu bekommen.

Das geht mit mir allein und noch 3-5 anderen Leuten die ich kenne, aber der Grossteil der Leute die ich kennengelernt habe, sind eher nicht Abenteuerfest und brauchen eine genaue Planung.

OK, Holidays und Ferien sind eingeplant, was man aber nicht Beeinflussen kann ist das Wetter. Und da die Klima Erwärmung nur eine Erfindung der Chinesen ist (sagt jedenfalls der allwissende Mr. Trump in den USA) macht man sich besser auch darüber sein eigenen Gedanken, wenn eh schon geplant wird. Also sollten die geplanten Routen, die sicherlich durch die schönsten Gegenden Europas verlaufen, eine Wetter-Abkürzung beinhalten. Muss bei einer Planung immer mit bedacht werden. Das macht die Routen-Übersicht nicht gerade klarer, aber am Ende ist es einfacher morgens im Motel aufzuwachen, Dauerregen festzustellen und mit einem Klick auf die Alternative-Route umzustellen, als erst Stundenlang nach einer anderen Strecke zu suchen, dazu hat man ja die Zeit VOR der Tour investiert. Die muss man dann nicht WÄHREND der Tour verplempern.

 


 

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Servus, ich bin Joerg. Biker seit 1975, Nordrhein-Vandale nun langjähriger Beute-Bayer und ein Schreiber für dieses Blog. Auch mit meinem Namen „Joerg Wenzel“ oder dem Hastag #WhyAskWhy in anderen Social Medien zu finden wie zum Beispiel -Twitter – Google+ – Facebook – Instagram  sowie bei YouTube.

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IoM Anreise

IoM ? was soll das denn sein ?? IoM ist die Abkürzung für Isle of Man. Eine kleine Insel in der Irischen See zwischen England und Irland.

Hier finden jedes Jahr zwei sehr wichtige Motorrad Events statt. Von Ende Mai bis Mitte Juni die „Tourist Trophy“, die  und von Ende August bis Mitte September der „Manxx Grand Prix“ oder auch unter „Classic TT“ bekannt. Dazu findet man im Internet eine ganze Menge Informationen, aber in Kürze fand ich den Beitrag bei WISSEN.DE ganz gut.

Eigensinnig, klein und ein bisschen skurril: Auf der Isle of Man zwischen Großbritannien und Irland ist alles ein wenig anders. Königin Elisabeth II. ist zwar Staatsoberhaupt  zum Vereinigten Königreich gehört das Eiland von der doppelten Größe Dortmunds allerdings nicht. Die Insel hat eigene Gesetze und verlangt ihren Bewohnern nur niedrige Steuern ab. Wer über die “Fairy Bridge nahe der Hauptstadt Douglas geht, grüßt nach altem keltischen Brauch die Feen, um kein Unglück auf sich zu ziehen. Die antiquierte Dampfeisenbahn an der Ostküste bringt es gerade einmal auf 40 km/h und stellt keine Gefahr für die Inselkatzen dar, die keine Schwänze haben. Ach ja, und das berüchtigste Motorradrennen der Welt findet hier statt: die Tourist Trophy. Seinen Rang als Motorrad-Mekka unterstreicht die Isle of Man vollends durch die jährliche Austragung des Manx Grand Prix, der Mitte August beginnt.

Warum zur IoM und nicht zu einem GP-Rennen nach sagen wir mal Brünn?
Zuerst einmal die Fans. Um sich die Rennen (es sind eine ganze Menge, eine Woche Training in verschiedenen Klassen und dann 1 Woche Rennen und den verschiedenen Klassen) auf der Insel zu kommen muss man schon mal Planen, oder extrem viel Geld in einen Flug investieren. Oder verdammt viel Glück haben und ein zurückgegebenes Ticket zu ergattern. 

Also muss geplant werden, damit trennt sich der Fan vom Enthusiasten.  Und die Enthusiasten sind mir lieber, weil sie so viel in die Reise zum „ROCK“ gesteckt haben, das man sicher ist die wollen auch einen gute Zeit haben.  Klar gibt es immer wieder den ein oder anderen, aber das sind die typischen 1%er die es einfach nicht Verstehen können oder wollen was die Tourist Trophy auf der Isle of Man für alle anderen bedeutet.

 

 

 


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„IOM“ – Synonym für echte Biker (in den 80er)

IoM“ – die drei Buchstaben bringen mich immer zum Grinsen. Vor allen Dingen wenn ich die Motorräder und den Komfort sehe, den wir heutzutage bei unseren Touren haben. Ich will ja nicht sagen, dass früher alles besser war (oder warte mal, das war es irgendwie doch), aber im Prinzip sind die alten Stories doch immer die besten. image00599B

Zum einen, weil die meisten Begebenheiten schon vergessen / verdrängt wurden und weil auf der anderen Zeit die Erzähler jetzt so alt sind, dass es bei vielen mit der Erinnerung ein bisschen hapert und sie beim Erzählen dann immer zu sich sagen, „hmm, passt schon was ich da erzähle“, lach. Aber zum Glück hat es in den 80er auch schon Fotoapparate gegeben und ich habe noch ein paar Bilder gefunden, die ich hier zur Untermalung der Stories jetzt veröffentliche 😉

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Eine Tour fing damals an, dass man erstmal bei der Fährgesellschaft angerufen hat, oder ein Reisebüro besucht hat. Internet, hihihih, FIDO Netz war gerade das neueste Geek-Mobil.

(Don’t know FIDO, Google it for god’s sake)

Tja und dann ist man entweder über Hull mit der Fähre gefahren, oder hat den längeren Weg über Calais und Dover gewählt. Beides hatte Vorteile. Beim ersteren konnte man sich auf der Nachtfähre immer so schön Betrinken (ja auch auf der Rückfahrt, lach) und bei der zweiten Option ist man auch mal nach London gekommen. Beefeater schauten damals schon wild wenn deutsche Biker im Leder die Kronjuwelen der Queen sich näher angesehen und intelligente Witze wie „Die Dinger kriegen wir auch noch mal“ gemacht haben, lach.
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Unterkunft war in meiner 80’er IOM Zeit immer das Zelt in „Little Germany“.

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„Little Germany“ war eine Wiese an einem kleinem Bach/Fluss, die einem älterem Herrn gehört hat, der ein Herz für uns arme deutschen Biker gehabt hat, lach. Wir konnten dort für den Betrag von 20 Pfund die ganze Woche zelten. Wie cool war das denn.

(Das sind heute 27,xx Euro für eine Woche – 8 Tage Zelten pro Zelt)
Irgendwie haben sich da aber auch nur Deutsche Biker gefunden. Manchmal ist auch was kaputt gegangen. Das war aber irgendwie kein Problem, jeder hatte noch ein „richtiges“ Bordwerkzeug. Und eine Hebebühne für tiefergehende Motorreparaturen wurde auch flugs aus 2 leeren Bierfässern improvisiert, die man natürlich im Seitenwagen mitgebracht hatte, weil man die „Englische Plörre“ nicht Trinken „konnte“.

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Ach ja Rennen gab es auch, viele wunderschöne Maschinen sind in einer für uns unglaublichen Geschwindigkeit um „unsere Kurve“ rumgekommen. Und man konnte so schön Nahe an der Strecke liegen. Abenteuer oder Dummheit, keine Ahnung aber für uns war es das Grösste auf/hinter dem Erdwall zu liegen und die Bikes vorbeirasen zu sehen, immer mit dem kleinen Hintergedanken, wenn der jetzt Abfliegt, muss ich den Kopf aber einziehen. Ob es geholfen hätte? Wahrscheinlich nicht, aber es war ein geiles Gefühl 20 Meter ohne Zaun vom Renngeschehen entfernt zu sein. Solche Stellen gab es früher (und ich heute auch noch) überall auf der Insel.

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Ach ja, während und auch nach der Rennwoche ist noch ein bisschen Zeit für Entdeckungen. Manx-Wheel, ein altes Wasserrad das eine Pumpe in einem Bergwerk angetrieben hat. Manx-Cat, die Katzen OHNE Schwanz, ich bin mir nicht sicher ob das so gezüchtet oder gekappt wurde. Jedenfalls hat NUR der Bürgermeister der grösseren Dörfer einen Kater (Erzählt man sich so) und damit würde die Population kontrolliert. Na ja, auch eine Methode, lach. Dann gibt es noch geniale Manx-Kühe die ein besonders weiches Leder für Motorradfahrers Jacken Beschriftung haben (Erzählt der Verkäufer so), lach. 

Ein schöner Artikel über die Tourist Trophy ist hier im Spiegel Online (100 Jahre TT), aber das muss man selber erlebt haben, an „Crazy Sunday“ schon morgens mit dem Trinken anfangen damit man nicht mit den Bekloppten auf die Strecke geht, auf einer 500er Enduro ein Fässchen zum lokalen Pub zum Auffüllen gefahren und bei der Rückfahrt mit Polizeibegleitung zum Zeltplatz zurückzukommen hat was, mit einer normalen CX500 versuchen in der Mountain Region auf einen Hügel raufzufahren -aber nicht die Strasse sondern eine Wiese nehmend (hat natürlich nicht geklappt), in Liverpool zig Liter teureren Sprit abgezapft bekommen weil man keine Ahnung hatte (diese Gangster) und so weiter und so weiter.

Mein Tipp: GO THERE ! see for yourself 

 Nur so als kleiner Tipp, das ist die Wiese auf der wir früher gezeltet haben.  https://goo.gl/maps/bKZMMnGep2w


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