Warum „Marshal“ auf der IoM

#IoM #TTCourse #TT
TT Course

Ein Kollege vom BVDM (dem Bundesverband der Motorradfahrer) hat mich kürzlich gefragt, warum ich Marshal (Streckenposten mit Sonderrechten) bei der „Tourist Trophy“ auf der „Isle of Man“ mache. Meine normale Antwort ist dazu fast immer: „Weil dann keiner mehr vor mir stehen kann und ich mir meinen Renn-Aussichts-Punkt selber aussuchen kann“.

Das stimmt ja auch zum Teil, aber diese Frage hat mich zum Nachdenken gebracht. Warum also nehme ich mir Urlaub um während der „Tourist Trophy“ als Marshall auf der „Isle of Man“ meinen Urlaub zu verbringen. Hmm, eigentlich aus den oben genannten Gründen, zumindest zum Teil. 

Ja es geht mir extrem auf den Wecker das man bei Rennveranstaltungen eine Eintrittskarte benötigt. Das ist ja kein Zoo, sondern ein Rennen, bei dem sich Rennfahrer Treffen um den besten Fahrer auszufechten. Reden wir mal über Preise, also im Vergleich zu anderen TOP-Rennserien. Die meisten Rennveranstaltungen haben mir schon mit dem Eintrittspreis „das Kraut ausgeschüttet“. Eine 3 Tage Karte z.B. bei dem MotoGP am Sachsenring kostet gleich schlappe 125 Euro, als Stehplatz, für einen Tribünen Platz kommt dann nochmal 100 Euro drauf, also unter 220 Euro ist nix zu machen. 

Ich bin mir sicher das es notwendig ist diese Preise zu verlangen, aber dann kommt noch etwas hinzu, die Entfernung. Also nicht die Fahrentfernung zum Event, das wären zum Sachsenring von hier nur 380 km, nein ich meine die Entfernung zum Renngeschehen. Bei den meisten modernen Rennserien ist der Zuschauer hinter hohen Zäunen und hinter grossen Auslaufzonen auf einer Tribüne. Und dann ist da noch kein Zeltplatz oder andere Übernachtungsmöglichkeit eingeschlossen. Aber ich schweife ein bisschen ab.

#TT2019 #Ramsey
Parliament Square Ramsey, IoM

„Weil keiner mehr vor mir stehen kann“ ist vielleicht der dümmste Grund Marshal zu werden aber auf der anderen Seite hat’s einfach eine GENIALE Aussicht auf das Renngeschehen. Näher geht nicht mehr dran. Da ich aber nicht völlig verblödet bin habe ich mir „Marshal“-Punkte ausgesucht an denen eine eher geringe Unfallgefahr ist. Ramsey Parliament Square, Goosneck, Ramsey Hairpin sind alles Namen die das Herz des interessierten Strassenrennsport-Fans höher schlagen lassen, aber auf der anderen Seite sind diese Punkte auch Bereiche in denen mit relativ geringer Geschwindigkeit durch die 90 bzw. 180 Grad Kurven gefahren wird. Wenn da etwas passiert (wie schon gehabt) sind das alles bisher Unfälle gewesen die mit Lederkombi abklopfen und Maschine aufrichten erledigt sind. 

K-Tree 2018 #TT2018
K-Tree #TT2018

Anders sieht es natürlich auf den Hochgeschwindigkeits-Passagen mit Geschwindigkeiten über 250 km/h aus, aber das Erspare ich mir einfach. Bin ja Marshal und kann mir meinen „Arbeitsplatz“ mehr oder weniger aussuchen. Und ja das ganze ist natürlich gefährlich, wie so vieles im Leben. Tauchen, Fallschirmspringen, Motorradfahren, das Leben  im allgemeinen, aber das ist auch alle ein Teil meines Seins, daß die Nähe zu Motorrädern die an mir Vorbeifahren keine wirkliche Fluchtreaktion auslösen. Ich Denke ich weiss was ich mache, ich glaube die Rennfahrer wissen auch was sie machen und somit kann ich der Veranstaltung ganz Entspannt folgen.

Ramsey Hairpin, Photo copyright by Christine von Manxarts. http://manxarts.com

Gibts noch einen Grund warum ich Marshal bin? Klar noch eine ganze Menge, einer der anderen wichtigen Punkte ist das ich in einer Gemeinschaft Gleichgesinnter bin, wir nennen uns nicht umsonst die „Orange Army“ (nach den Signalwesten). Nicht zu verwechseln mit den „Gelb-Kutten“ und den „Bob der Baumeister Westen“. Es werden für jede Veranstaltung ca. 550 Personen benötigt um die Rennstrecke Renntauglich zu machen. Da müssen Strassen gesperrt werden, Flaggen Posten stehen und Radio Operator tätig sein, Medizinische Ersthelfer und Doktoren vor Ort bereitstehen, Anzeigetafel Bediener und viele andere Tätigkeitsbereiche müssen abgedeckt werden, damit so ein Renntag stattfinden kann. Es ist ja nicht damit getan der jemand 25 Runden um einen abgesperrten 4 km langen Rundkurs fährt. Das ist Strassenrennen, durch Dörfer, über Berge und Landschaft. Eine Runde ist über 60 km lang (60,725 km) mit mehr als 200 Kurven. Das bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von über 200 km/h, im Vergleich dazu sind MotoGP Maschinen echt langsam mit ihrem ca. 160 km/h Durchschnitt. (Informationen dazu aus Wikipedia)

Ramsey Hairpin Crew
Die Crew vom Ramsey Hairpin, Photo copyright by Christine von Manxarts. http://manxarts.com

Ach so ja das Gemeinschaftgefühl als Marshal ist ein ganz wichtiger Punkt warum ich überhaupt dort mit mache. Natürlich ist es wichtig das Rennen korrekt ablaufen zu lassen, da sind auch alle Marshals Top dabei, viele haben freiwillig eine Weiterbildung gemacht um als „IMC“ (Incident Management Course) geschulter Marshal dort im Falle eines Falles genau zu Wissen was gemacht werden muss. Aber am Ende kommt auch noch der Spass zwischen den Rennabschnitten nicht zu kurz. Weil man seinen Posten währen der Streckensperrung nicht verlassen kann, es gibt dort meistens auch etwas zu Trinken (Bleifrei na klar) es wird manchmal gekocht, Kuchen wird fast immer mitgebracht und unter den Kollegen verteilt, alles in allem schon eine leichte Volksfest Stimmung. Wieviel mehr Spass kann man denn beim Motorradrennen noch haben. Ja ich weiss das mit dem Spass ist alles im Auge des Betrachters, aber für mich persönlich und viele anderen „Marshal’s“ ist diese Tätigkeit es das schönste was man am Renntag machen kann. Das macht die ganze Sache aus so Stimmungsvoll, ach ja UND weil man auf der „Isle of Man“ ist, dem „World Capitol of Street Racing“ mit einer Aussicht zum Umfallen. 

#IoM #TT2018 Goosneck Panorama

Hier noch ein kleines Video bei Youtube gespeichert.

Interesse geweckt, dann schau doch mal bei der „Isle of Man Tourist Trophy Marshals Organisation“ rein (IoMTTMA). Die freuen wirklich wenn sie neue Marshals anwerben können.  Das ist ein EHRENAMT, also keine Bezahlung oder ähnliches.  Bei Fragen einfach ein Mail schicken und ich bemühe mich das Zeitnahe zu Beantworten. Ach so als Schlusswort, meine Fähre für 2020 ist schon gebucht.

Einige Photos sind von Christine bei ManxArts, geniale Photografin, schau mal auf Ihre WEB-Seite

Joerg Wenzel – Blog-ender Motorrad Enthusiast – aus München – schreibt http://www.WhyAskWhy.de

 

 

Serpentinen Fahren am Stilfser Joch

Die UNESCO plant ein „Weltnatur- und Weltkulturerbe“ im Zentrum der Alpen und das ist auch die Gegend um das Stilfser Joch (Passo dello Stelvio).

Damit wird allerdings auch der Individual Verkehr abgedreht. Genau, deine und meine Freiheit mit dem Motorrad übers Stilfserjoch (beide Schreibweisen sind richtig, grins)zu fahren. 

Na gut auf der anderen Seite kann es mir nur Recht sein, denn nachdem was ich letzten Samstag dort an wundersamen Fahrern gesehen habe wäre es Sicherer für alle wenn der Pass gesperrt würde.

Da fährt der Postbus den Pass rauf und ein runterkommender Biker legt sich auf die Nase, nur weil er nicht um den stehenden Bus rumkommt?? 


Der Schwedische Autofahrer wird von seiner Frau näher an die Randsteine gelotst und sie stellt sich direkt vor das Auto??

Der Biker der seine Karre nicht im Griff hat braucht alle beide Fahrspuren (ja da sind zwei, grins) um die Serpentine rumzukommen und wenn ich das nicht schon im Ansatz gesehen hätte, wäre es ein Dreck fleck mehr den ich von der Scheibe hätte entfernen müssen.

Also hier zum Mitlesen.
Liebe #Wohnmobil Fahrer, man sollte sein Fahrzeug schon einigermaßen beherrschen wenn man hier her fährt. Das hier sind #Serpentinen, 48 an der Zahl auf dieser Seite des Passes.

Und die sind verdammt ENG, wenn ihr da also nicht in einem mal rumkommt, dann bleibt doch bitte mit euren rollenden #Festungen ZUHAUSE.

 

 Ich habe manchmal das Gefühl als wenn es zum guten Ton gehört mal mit einem Wohnmobil übers Stilfserjoch gefahren zu sein. Ist das so wie bei den Pilgern nach Mekka, ist es eine Glaubensfrage? Das man dann nachher am Stammtisch damit Prahlen kann wie viele Fahrzeuge man Behindert und wie viele Flüche andere Verkehrsteilnehmer auf sich geladen hat ?

Ob auf der Passhöhe ist dann die Aussicht so genial das ich noch ein zwei Photos machen musste.
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Copyright bei “Joerg Wenzel“ HashTag: #WhyAskWhy

Servus, ich bin Joerg. Biker seit 1975, Nordrhein-Vandale nun langjähriger Beute-Bayer und ein Schreiber für dieses Blog. Auch mit meinem Namen „Joerg Wenzel“ oder dem Hastag #WhyAskWhy in anderen Social Medien zu finden wie zum Beispiel -Twitter – Google+ – Facebook – Instagram  sowie bei YouTube.

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